Geschichte des Musikvereins Riedern am Wald

Schon im Jahre 1864 und früher dominierte das freudige Musizieren in der Gemeinde. Die Bürger fanden sich in den Abendstunden zusammen, um bei Musik und heiterer Muse der Lebensfreude Ausdruck zu geben. Schon damals, als sich die "Blechmusik Riedern" formierte, brachte Musik und Gesang Abwechslung in den Alltag. Nach Statuten im Jahre 1885 aus Riedern trugen die Musiker den Namen "Frohsinn".

Aus der Chronik ist zu entnehmen, dass 1864 Bürgermeister Wachter zum 1.Vorstand gewählt wurde. Den Taktstock schwang Hauptlehrer Stenzel. Nach dem Gründungsprotokoll sind folgende Gründungsmitglieder zu verzeichnen:

Jakob Gänswein, Adelbert Maurer, Severin Heer, Ferdinand Schmidt, Leo Boll, Karl Keller, Ferdinand Schäfer, Martin Schäfer, Berthold Kern, Gustav Kern und Karl Fuchs.

Bis in das heutige Zeitalter hinein ist der musikalische Geist dieser Pioniere durch die einzelnen Mitglieder übernommen worden. In der Chronik wird berichtet, dass die Blechmusik von Riedern auch in den Gemeinden der Umgebung mit Ross und Wagen über die Lande zogen. Sie waren überall willkommen und gern gesehene Musiker. Leider haben die Kriege 1866 und 1870/1871, sowie sonstige Krisenzeiten immer wieder das kulturelle Wirken unterbunden und die Entwicklung gestört. Aus einem Protokoll vom 6. Oktober 1872 konnte man nachlesen, dass Severin Heer zum Dirigenten gewählt wurde. Einige Jahre später übernahm Adelbert Maurer den Dirigentenstab. Der Musikverein und die Gemeindeverwaltung waren eng miteinander verbunden. Im Jahre 1877 wurden durch Bürgermeister Schneider neue Instrumente beschafft.

Die beiden Weltkriege rissen ein sehr grosses Loch in die Reihen der aktiven Mitglieder. Ebenso gingen wertvolle Akten, die in Privatbesitz waren, verloren. Nur unter schwersten Bedingungen war es nach dem Kriege gelungen, den Musikverein 1946 wieder zum Leben zu erwecken.

Die Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorstand Friedrich Morath, Stellvertreter Stefan Kromer, Schriftführer Gustav Morath, Kassierer Franz Gisi, Dirigent Hauptlehrer Strohmeier.

von links nach rechts: Beno Strohmeier, Ludwig Boll, Josef Metzler, Oskar Boll, Martin Werner, Karl Mutter, Franz Gisi, Arnold Gisi, Gustav Morath, Friedrich Morath, Eugen Blatter, Stefan Gantert, Emil Gänswein, Hermann Strohmeier (Dirigent), nicht auf dem Bild: Felizian Probst

Schon damals wurde der Musikverein von der Gemeinde mit einem Zuschuss bedacht, doch wurde von den Mitgliedern selbst keine Möglichkeit ausgelassen, Geld in die Vereinskasse zu bekommen. So zum Beispiel wurden die Gemeindewiesen gemäht und geheut, wobei der Erlös der Kasse zufloss. Zur Tradition gehörte es, an Silvester den Gemeinderäten und später dann allen Familien im Dorf musikalisch ein gutes neues Jahr zu wünschen. Die Musiker spielten bei Wind und Wetter und meist hatte es sehr hohen Schnee. Sie ließen es sich nicht nehmen, sogar in den Häusern außerhalb des Dorfes, wie z.B. Weilerhöfe, Muckwiese und Riedersteg aufzuspielen. Man muss bedenken, dass dies früher alles zu Fuß zurückgelegt worden ist. Mit der Kirche war der Musikverein schon immer eng verbunden. So gehörte es früher, sowie auch heute noch, dass an Kirchfesten und Prozessionen musiziert wurde.

Im Jahre 1955 wurde, verbunden mit dem Bezirksmusikfest, das 90jährige Jubiläum gefeiert. Etwa 500 Musiker aus nah und fern marschierten auf. Jedoch ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war 1965. Es konnte das 100jährige Bestehen gefeiert werden. An diesem besonderen Festtag beteiligten sich 22 befreundete Musikvereine am Festumzug und dem anschliessenden Konzert. Festpräsident Albin Blatter konnte eine beachtliche Anzahl von Besuchern begrüßen.

1. Reihe von links nach rechts:

Oskar Boll, Albert Gänswein, Hubert Morath, Fritz Morath, Stefan Gantert, Felizian Probst, Karl Mutter,

Oskar Bächle, Arnold Gisi und Albin Maurer

2. Reihe von links nach rechts:

Engelbert Gantert, Hubert Weber, Georg Boll, Albert Philipp, Detmar Rhode, Erich Philipp, Paul Morath,

Johann Werner, Richard Bucher, Robert Böhler, Emil Gänswein

In Anbetracht der kulturellen Tätigkeit im Interesse der Dorfgemeinschaft und der Erhaltung der Blasmusik konnten die Musiker 1971 durch den damaligen Landrat Dr. Nothelfer die vom Bundespräsidenten gestiftete "Pro-Musica-Plakette" in Empfang nehmen. Diese Plakette wurde an alle Musikvereine überreicht, die mindestens 100 Jahre uneigennützig die Blasmusik pflegten. In den Aufzeichnungen über die Tätigkeit des Vereins ist zu lesen, dass an verschiedenen Wertungsspielen teilgenommen wurde. Dabei erhielt man die hervorragende Benotung "1. Rang mit Auszeichnung". Im Jahre 1984 konnten wir Dank unserem damaligen Pfarrer Herr Manfred Helfrich inder Pfarrkirche Riedern unser Jahreskonzert abhalten. In den Jahren zuvor wurden die Konzerte im Gasthaus Berghof abgehalten, aber da unser Verein mittlerweile zu gross für die Bühne geworden ist, haben wir als Alternative die Kirche ausgewählt.

Festlich begangen wurde das 120jährige Vereinsjubiläum verbunden mit dem Bezirksmusikfest im Jahre 1985. Mit Blasmusik, Tanz und Unterhaltung wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. In diesem kurzen Rückblick auf das Vereinsgeschehen des Musikvereins Riedern am Wald bleibt festzustellen, dass tatkräftige Musiker mit viel Einsatz bereit waren, sich in den vergangenen 140 Jahren für die Blasmusik einzusetzen.

Auch weiterhin wird es das Bestreben des Musikvereins sein, durch die Volksmusik die kulturellen sowie kirchlichen Anlässe der Dorfgemeinschaft zu bereichern und somit einen Beitrag zur Verständigung der Menschen untereinander zu leisten.

Die Vorstandschaft 2015:

1. Vorsitzende Iris Akermann

2. Vorsitzender Reinhard Gänswein

Schriftführerin Rebecca Frommherz

Kassierer Florian Böhler

Beisitzer Werner Enderle, Heiko Klafki, Martin Krieger, Julian Bucher

Jugendvertreterin Annika Schäfer

Dirigent Lothar Bächle